Archive | July, 2008

wenn man erfolg haben will

31 Jul

muss man sehr gut drauf sein.
wie ATTAC. oder auch b. obama.
wenn man nicht so gut drauf ist, muss man eine stimme haben, so gut wie die von tom waits.
aber wer hat die schon?
(nick cave nicht)

was das theater so kompliziert macht

30 Jul

ist, dass man es nicht beschreiben kann, wenn man drin ist. wenn man draußen ist, aber auch nicht. diese eigenschaft teilt das theater mit finnischer sauna, terrorzellen, österreich, und träumen von autounfällen.

interaktives kampfduzen

28 Jul

nachdem andrew hayden vom guardian eine performance von gob squad gesehen hat, in der alle performer nach und nach von zuschauerInnen ersetzt werden, vermutet er, dass die vorstellung, ins theater zu gehen, es sich im sitz bequem zu machen und aus sicherer distanz eine show geboten zu bekommen, nach und nach verschwinden wird. Continue reading

die arbeit des zuschauers

23 Jul

…rezeption ist arbeit (s.u.).
die lecture-performance „M-eine Stadt sucht ihre Mitte“, Teil III, beschäftigte sich mit der eigenverantwortung der zuschauerIn und machte das verfertigen des „WERKES“ während der aufnahme im kopf des zuschauers zum thema. hier ist ein textauszug dazu: zur-verfertigung

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“zur verfertigung” by zweite liga für kunst und kultur is licensed under a Creative Commons Attribution-Noncommercial 3.0 Unported License.

DER REZIPIENT LEBT AUCH

23 Jul

…interessanter wird es, wenn – und der text von ingold (s.u., “der autor lebt”), ist da nur ein beispiel – die „verluderung der sprachform“, stichwort: SMS-jargon, kalauer etc… der heutigen zeit und der literatur sowieso beklagt werden.

keine geraden deutschen sätze mehr, statt dessen zerhacktes gestammel. und gleichzeitig leichte konsumierbarkeit, weil rezipientInnen sich schon in ihrem alltagsleben genug mit „interaktiver mediennutzung“ herumschlagen müssen. in seinem kulturpessimismus klingt das schon richtig vertraut, erinnert außerdem an die gute altlinke klage über den niedergang der politik, oder auch: politikfrust in den jüngeren generationen. und vielleicht haben die beiden erscheinungen, die empirisch ja durchaus belegbar sind, mehr gemeinsam, als man denkt.

folgt man dem italienischen philosophen paolo virno, dann ist das, was man so als abkehr von traditioneller, organisierter politik (in parteien, verbänden, auf demos etc…) beobachtet, die folge von grundlegenden verschiebungen auf dem gebiet der arbeit.

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der autor lebt

23 Jul

(zu: F.P.Ingold: Ego-Firmen im Alltagsdiskurs.in den aktuellen manuskripten und hier)

wenn einer anmerkt, dass der großteil der gegenwärtigen literatur in seiner spießigen rückkehr zum simplen auktorialen realismus, zur ziemlich billig zu habenden WELTHALTIGKEIT (ein ernstzunehmender kandidat für das unwort des jahres oder jahrzehnts, dramaturgInnen, lektorInnen und kritikerInnen sollen es aus ihrem wortschatz streichen oder für immer schweigen) ziemlich gleichförmig, marktkonform, schnell konsumierbar daherkommt, gibt es wenig grund zu widersprechen.

das allerdings wird dann belegt mit der Art und Weise, wie er [der Autor]- außerhalb der Literatur – auftritt und sein Image pflegt. daran knüpft dann eine polemik gegen leisereisentourismus, multistipendiatentum (ohne dieses schöne wort zu verwenden), usw. und das erscheint dann schon reichlich widersprüchlich.

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