Archive | October, 2008

ein bisschen was zum kotzen

30 Oct

es gibt viele anlässe, zu beabachten, was sich im forum des “liberalen” – standard so an ressentiment, chauvinismus und sonstigem ekligem zeug entladen darf. die kommentare zur reaktion des präsidenten der israelischen kultusgemeinde, ariel muzicant, auf die bestellung des herrn martin graf von der burschenschaft olympia zum dritten präsidenten des nationalrats sind in ihrer gehässigkeit ganz besondern geeignet, ein bild dieses jungen, gebildeten mittelschichtsmobs zu zeichnen. (via lindwurm)

poesie aus österreich!

25 Oct

hoffnungsvolle nachwuchslyriker:

 

der konzernsprecher von svarovski, der stolz von sich selbst sagt, dass er noch nie dinge zu ende gedacht hat, als andré heller der industrie gilt, und sätze produziert wie:

Sprachmacht und Zahl müssen jederzeit zusammenwirken, nie darf das Wort unter den Tisch fallen und sich die Zahl dominant aufplustern, so wie es klingen mag, wenn wir über Kapazitätsanpassungen reden – eines der unerotischsten Worte überhaupt.

unbedingt reinlesen!

und: der verwitwetete nachwuchslebensmensch, der schon einmal zehn jeans in zehn minuten ausprobiert hat, eine alte seele hat und weiß:

was für den maler die farbe, für den udo jürgens die musik, das ist für mich die sprache, das wort.

engagiert, emotional, direkt.

kärnten ist normal

22 Oct

der eifrigste beobachter des kärntner landes, der sehr lesenswerte lindwurm, wehrt sich gegen vereinnahmung, stereotypen und jugendliche antifaschisten, die nicht von der schule fliegen wollen.

hundert jahre zeitausgleich: emotionen, alkohol, sex

22 Oct

…Es wird auch der Radsport nie mehr der selbe sein. Kärnten wird nicht mehr das selbe sein, das Bankenwesen wird nicht mehr das selbe sein, ja: auch die Medien werden nicht mehr die selben sein, (das fängt schon damit an, dass man merkt, dass man manche Dinge echt gar nicht lesen will, echt nicht) und Island wird auch nie mehr das selbe sein. Noch immer ziemlich das selbe sein werden aber Alkoholräusche. Es ist eine gute Droge, keine Frage, sie verbindet Kopf und Körper in einem Meer aus sanftem, süßen Schmerz, und man sieht danach besser aus als vorher. Ebenso nicht verändern wird sich das Gefühl, wenn man sich mit seiner Hose auf einen Betonsockel setzt, auf dem eine frische Regenpfütze ist. Die Feuchtigkeit geht in nullkommanichts durch den Jeansstoff und verteilt sich auf der kalten Haut des Gesäßes, und man kann das abstoßend, unangenehm und gesundheitsgefährdend finden, oder auch erfrischend, erhebend und anregend. Man kann darüber aber nicht streiten, es handelt sich nämlich um eine Intimzone. Auf gar keinen Fall kann man solche intimen Empfindungen zur Grundlage von Politik machen. Einigen wir uns in einem Schulterschluss darauf, unsere Empfindungen, wenn unser Arsch nass ist, wenn wir in den Morgenstunden durch die Herrengasse flanieren, wenn wir die Hymne hören, und so weiter, für die intimsten Stunden aufzusparen. Es wird dann auch der Sex besser sein.
(für den falter)

100 jahre zeitausgleich: Eine Ikone ist gegangen

13 Oct

Es ist, bei allen Differenzen, bei allem Wissen um die Tragik dieses Tages, festzustellen, und zwar auch das in aller gebotenen Demut, Respekt undsoweiter: Es ist eine Ikone von uns gegangen. Einer, der kompromisslos nicht zuletzt mit sich selbst umging, der das auch von den anderen verlangte, denen er, als seine große Zeit vorbei war, in den letzten Jahren Mentor, hilfreiche Hand und (nicht nur) väterlicher Freund war. Der für seinen langen Atem bekannt war und mit großer Ausdauer Erfolg um Erfolg einfuhr, zahlreiche Verfolger an seinen Fersen hängend, die ihn doch meistens nur von hinten davoneilen sahen. Er war Ende der 80er jahre wie aus dem Nichts aufgetaucht, hatte und hatte spektakuläre Erfolge gefeiert, die über anderthalb Jahrzehnte andauern sollten, bis er zu Anfang des neuen Jahrtausends die Führungsrolle abgab. Die Großmacht, für die er stand und für die er kämpfte, hatte längst abgedankt, doch hatte er nicht gezögert, auch nach dem Zerfall, in Erinnerung an glanzvolle Zeiten seinen Beitrag zu leisten. Spätabends am 10. Oktober war er unterwegs zu einem Treffen, als er von einem Autofahrer, der viel zu schnell und vermutlich alkoholisiert unterwegs war, niedergefahren wurde und noch am Unfallort verstarb. Ein Schock legt sich über das Land, für manch einen ist „die Sonne vom Himmel gefallen“, TV-Bilder fallen aus, der Langlaufsport wird ohne Alexej Prokurorow nicht mehr derselbe sein.

(für den falter, 15.10.2008)

NEWS, die man auf FACEBOOK nie lesen wird (1) :

8 Oct

wilhelm molterer befriedigt sich selbst.
Hans Dichand beschließt, sich nicht mehr einzumischen.
H.C. Strache licked Jörg Haider and wrote on his wall: grüß dich jörg! muss mal wieder ins schöne kärntnerland kommen! bussale und do svedanje!
Karl Heinz Grasser liest ein buch ganz zu ende und ist für die presse nicht erreichbar.
frau schneider von der CA kommt drauf, dass das mit den aktien eine scheißidee war.
robert misik geht in ein schweigekloster.

tag des bleiberechts, rechts bleibt rechts

8 Oct

was bei den regierungsverhandlungen mit sicherheit keine rolle spielen wird: die situation von migrantInnen, insbesondere von jenen, die seit jahren hier leben und nach wie vor wie illegale oder bestenfalls als bittsteller behandelt werden. in zahlreichen städten wird deswegen am kommenden wochenende eine aktion gesetzt, die das ziel eines menschenwürdigen bleiberechts ins bewusstsein rufen soll.
die forderungen der plattform, die von diversen NGOs getragen wird, sind mindestforderungen, weit entfernt von einer grundsätzlichen umkehr in der asyl- und migrationspolitik, die derzeit einzig und allein das ziel zu haben scheint, so viel arbeitsmaterial wie nötig zur befeuerung der schächelnden europäischen wirtschaft so billig wie möglich hereinzulassen und so viel ungleichheit wie notwendig zu produzieren, um die internen (arbeitskräfte) und externen (wirtschaftsstandorte) konkurrenzkämpfe am kochen zu halten. Continue reading