hundert jahre zeitausgleich: JEDE ZELLE MEINES KÖRPERS, und: MITFAHRGELEGENHEITEN

19 Jan

Krisen machen die Menschen in der Regel hinterhältiger, dümmer, weniger liebenswert und kreativer. Wenn es gilt, Wege zurück zu legen, zum Beispiel: nach Mainz, sind öffentliche Verkehrsmittel nicht leistbar.

Also: zu Fuß gehen, google maps hilft: Wiener Straße – Brucker Straße – Schrauding – etc., insgesamt dauert das 6 Tage, 11 Stunden. Aber auch soziale Netzwerke können helfen, zum Beispiel: Mitfahrzentrale.

Für die gewünschte Strecke bieten sich VIKTOR oder ROBERT an. Wem kann man eher vertrauen? Viktor, das klingt eher nach hochbürgerlichem Snobismus, Robert kann alles mögliche sein. Die Wahl des Vornamens jedenfalls wird in Zeiten wie diesen immer wichtiger. Personalchefs, Menschen in Heirats- und Kontaktbörsen und andere, sie alle wählen erst mal anhand dieses Kriteriums, das sich auch im Wandel der Zeit verändert. Während Anfang des 20. Jahrhunderts Namen wie Paul, Johann oder Kurt als vulgär und gewöhnlich galten, stehen sie mittlerweile hoch im Kurs, vor allem im Vergleich mit Kevin. Im Endeffekt war die Wahl nicht schwer: VIKTOR schickte eine durchaus biedere aber doch seriöse SMS, während ROBERT seine sympathische Telefonstimme einsetzte. Leider ist er ein Nerd, der in Mainz ein esoterisches Seminar besucht und sehr viel redet und einen Song auf youtube gestellt hat, der ihm persönlich hilft, die Krise zu bewältigen,

unbedingt reinschauen und mitmachen, aber Roberts künftig meiden.
(für den Falter)

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