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DER REZIPIENT LEBT AUCH

23 Jul

…interessanter wird es, wenn – und der text von ingold (s.u., “der autor lebt”), ist da nur ein beispiel – die „verluderung der sprachform“, stichwort: SMS-jargon, kalauer etc… der heutigen zeit und der literatur sowieso beklagt werden.

keine geraden deutschen sätze mehr, statt dessen zerhacktes gestammel. und gleichzeitig leichte konsumierbarkeit, weil rezipientInnen sich schon in ihrem alltagsleben genug mit „interaktiver mediennutzung“ herumschlagen müssen. in seinem kulturpessimismus klingt das schon richtig vertraut, erinnert außerdem an die gute altlinke klage über den niedergang der politik, oder auch: politikfrust in den jüngeren generationen. und vielleicht haben die beiden erscheinungen, die empirisch ja durchaus belegbar sind, mehr gemeinsam, als man denkt.

folgt man dem italienischen philosophen paolo virno, dann ist das, was man so als abkehr von traditioneller, organisierter politik (in parteien, verbänden, auf demos etc…) beobachtet, die folge von grundlegenden verschiebungen auf dem gebiet der arbeit.

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